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Fonds oder Versicherung?
Die Aufgabe, den Vermögensverzehr im Alter intelligent zu gestalten, ist für jeden Einzelnen schwierig. Orientiert man sich am statistischen Durchschnitt, so endet dies in 50 % der Fälle in Altersarmut.
Wer das Armutsrisiko vermeiden möchte, indem er sein Vermögen individuell „portioniert", darf nur sehr geringe Vermögensteile verbrauchen oder muss gleich auf den Vermögensverzehr verzichten und nur von den Erträgen leben. Diese Möglichkeiten besitzen natürlich ausgesprochen wenig Menschen.
Im Folgenden werden kurz drei bekannte und oft angewandte Strategien verglichen:
Strategie 1: Rentenversicherung
Mit einem Betrag von 100.000 € erhält man für einen 65-jährigen eine Rente von ca. 500 € monatlich bis zum Lebensende; diese steigt um ca. 1,5 % pro Jahr an.
Strategie 2: 100.000 € Startvermögen mit Vermögensverzehr
Bei 5 % Rendite p. a. des Startvermögens von 100.000 €, einer Entnahme von 6.000 € jährlich und einer Rentendynamik von 1,5 % p. a. ist das Vermögen im Alter 90 aufgebraucht. Da dieses genau der durchschnittlichen Lebenserwartung entspricht (vgl. Artikel vom 26.04.2006), landen also 50 % dieser Fälle in der Altersarmut.
Strategie 3: 135.000 € Startvermögen mit Vermögensverzehr
Bei 5 % Rendite p. a. des Startvermögens von 135.000 €, einer Entnahme von 6.000 € jährlich und einer Rentendynamik von 1,5 % p. a. ist das Vermögen im Alter 110 (als höchstes zu erwartendes Alter) aufgebraucht. Diese Strategie führt als zu 35% mehr Kapitalbedarf im Vergleich zur Rentenversicherung!
Nicht berücksichtigt ist der höhere Garantiegrad bei Versicherungen. Sollte beispielsweise das Vermögen nach 3 Jahren einen Verlust von 20 % erreichen (wie in den vergangenen Jahren durchaus oft passiert), so ist in der Strategie 2 das Vermögen schon mit 83 Jahren aufgebraucht, in der Strategie 3 benötigt man 175.000 €, um bis zum Lebensende versorgt zu sein. Die Rentenversicherung aus Strategie 1 wird weiterhin ein Leben lang gezahlt.
Zusammenfassend kann man also folgendes festhalten:
Der Ausgleich der Versichertengemeinschaft im Kollektiv und in der Zeit „organisiert" quasi den Kapitalverzehr selbst. Die Rentenleistungen können so auf die durchschnittliche Lebenserwartung kalkuliert werden, um allen Rentnern bis ans Lebensende feste Renten zu gewähren.
Individuelle Strategien müssen dagegen auf die höchste zu erwartende Lebenserwartung kalkuliert werden, um allen Rentnern bis an das Lebensende Leistungen zu gewähren.
Eine Rentenversicherung (privat oder betrieblich) stellt demnach eine Säule der Altersvorsorge dar, die durch individuelle Kapitalanlage passend ergänzt werden kann.
Sollten Sie Fragen oder Anregungen haben, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Das Methusalem Prinzip!

Die neue Modellrechnung zur Bevölkerung des statistischen Bundesamtes vom 13. April 2006 hat ergeben, dass ein Mädchen des Jahrgangs 2004 mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von ca. 90 Jahren rechnen kann!
(www.destatis.de).
Damit hat sich die Lebenserwartung innerhalb von hundert Jahren glatt verdoppelt. Dass die Bibel vor über 200 Jahren die Entwicklung vorausgesehen hat, erkennt man am Vers 3 im 1. Buch Mose:
„Da sprach der Herr: Mein Geist soll nicht für immer im Menschen bleiben, weil er auch Fleisch ist; daher soll seine Lebenszeit hundertzwanzig Jahre betragen."

Geht es so weiter, dann erreichen wir bald das Alter von Methusalem. Er wurde immerhin 187 Jahre alt.
Wie kann man nun auf diese Entwicklungen reagieren?
Die Befürworter von reinen Anlageprodukten stellen als deren besonderen Vorteil heraus, dass das Restvermögen an Hinterbliebene vererbt werden kann, wenn der Sparer im Alter früh verstirbt. Diese Betrachtung stellt das Problem der Alterssicherung auf den Kopf:
Das primäre Risiko ist gerade nicht der frühe Tod und die „verpasste" Chance das Vermögen an die Familienmitglieder zu vererben. Das Risiko besteht vor allem darin, das Ende des eigenen Vermögens zu erleben!
Einzig allein Versicherer können das so genannte Langlebigkeitsrisiko absichern. Vom stark belächelten Produkt der Rentenversicherung haben sich die betriebliche Altersversorgung und die private Rentenversicherung gerade im Abschwung der Kapitalmärkte wieder zu einer Säule der Alterssicherung entwickelt.



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