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Abzüge beim Vorruhestandsgeld: Weniger Beamte in Frühpension Von Julia Höpfner Immer weniger Berliner Beamte gehen vorzeitig in den Ruhestand. Im vergangenen Jahr ließen sich nicht mal halb so viele Lehrer oder Vollzugsbeamte vorzeitig pensionieren wie noch 2001. Das geht aus neuen Auswertungen des Statistischen Landesamtes Berlin hervor.
Danach gingen 2003 in Berlin 346 beamtete Lehrer und 157 Vollzugs- und Feuerwehrbeamte wegen "Dienstunfähigkeit" in den vorzeitigen Ruhestand. 2001 waren es 816 Lehrer und 429 Vollzugs- und Feuerwehrbeamte gewesen. Dieses Phänomen sei keineswegs auf eine größere Berufszufriedenheit oder einen besseren physischen oder psychischen Gesundheitszustand zurück zu führen, sagt Joachim Jetschmann, Vorsitzender des Deutschen Beamtenbundes in Berlin. Grund sei eine gesetzliche Regelung, die 2001 in Kraft getreten und seit 2003 komplett gültig ist. Wer sich als Beamter wegen "Dienstunfähigkeit" frühpensionieren lässt, muss mit Abschlägen auf das Ruhegehalt rechnen. Die betragen 3,6 Prozent pro Jahr, wenn der Beamte vor seinem 63. Geburtstag in Pension geht und maximal 10,8 Prozent. "Viele Beamte, gerade Lehrer, schleppen sich deshalb nun trotz gesundheitlicher oder psychischer Probleme weiter zum Dienst", vermutet Jetschmann. Im Schnitt arbeiten Berlins Beamte nun noch, bis sie 57,9 Jahre alt sind. In die Frührente starteten Lehrer 2003 im Schnitt mit 56,6 Jahren, Beamte im Vollzugsdienst bereits mit 53 Jahren. Gründe für die "Dienstunfähigkeit", die für eine Frühpensionierung vom Amtsarzt attestiert werden muss, seien "meist psychischer Art", sagt Jetschmann. Lehrer oder Vollzugsbeamte seien dem Stress im Job oder den Nacht- und Schichtarbeitszeiten nach einigen Berufsjahrzehnten nicht mehr gewachsen. Diese speziellen Belastungen könnten demnächst nun doch wieder zu mehr Anträgen auf Frühpensionierung führen, vermutet Jetschmann: "Das Land Berlin bereitet einen Gesetzentwurf vor, um die Lebensarbeitszeit von Vollzugsbeamten zu verlängern. Das würden viele der Betroffenen als Affront verstehen und sich früher pensionieren lassen. Trotz der Abschläge beim Ruhegehalt." Bislang arbeiten Vollzugsbeamte von Polizei und Justiz bis zum 60. Lebensjahr - diese Arbeitszeit soll nach den Plänen mehrerer Bundesländer in Zukunft um ein bis drei Jahre verlängert werden. Aus der Berliner Morgenpost vom 22. Juli 2004
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